Ich wünsche mir, das Theater als Möglichkeitsraum und Formvorlage immer wieder neu zu beleuchten und für meine Zwecke zu gebrauchen. Dadurch finde ich mich immer wieder in neuen Kontexten, Formaten und Funktionen wieder. Ob als Regisseurin, Performerin, Dramaturgin oder alles zusammen - ich arbeite immer wieder auch jenseits des Bühnenkastens und lasse Wirklichkeit und Funktion so oft wie möglich aufeinanderprallen.

 

THIELEN_TRETAU: LABOUR_LAB

Frau*-Sein und schwanger werden gehört traditionell zusammen; jede* sollte sich Kinder wünschen, spätestens ab dem 30. Lebensjahr muss sie* sich positionieren: die biologische Uhr tickt! Im Schatten bleibt, wer von dem vermeintlich romantischen und natürlichen Prozess abweicht - die Kinderwünsche der queeren und "Anderen", die Retortenkinder, kinderlos glückliche Frauen, unerfüllte Erwartungen an den eigenen Körper... Warum wird Weiblichkeit mit Gebärfähigkeit gleichgesetzt? Wer darf oder muss wie und mit wem schwanger werden?
Das LABOUR_LAB eröffnet einen queer-feministischen Ort, der normative Narrative rund um das Thema schwanger, sei es aus heterosexueller, cis-geschlechtlicher, oder weißer Perspektive, aufbricht.
Dazu haben THIELEN_TRETAU unterschiedliche Personen eingeladen, einen klassischen Berliner Kinderladen, der normalerweise Kindern, Eltern und Erzieher*innen vorbehalten ist, mit ihren Fragen, Wünschen und Erfahrungen rund um das Thema zu bespielen.
Es entsteht ein immersives, interaktives Labor, das fotografische und audiovisuelle, schriftliche und performative Arbeiten vereint. Wir brüten, basteln, und kuscheln, bieten Schwangerwerden-Vorbereitungsdiskurse, tanzen mit verlorenen Eierstöcken und stoppen die biologische Uhr.

Konzept und Durchführung: THIELEN_TRETAU (Diana Thielen, Alisa Tretau), mit Carrie McIlwain, Julian E. Schnorr, The Propcorner, youterus, Giegold&weiss, Hashnu Khan, Johanna Montanari, Esther Vorwerk, Kristianne Salcines

Juni 2017, im Rahmen von 48H Neukölln

Weitere Impressionen gibt's hier.

<3 Hier geht‘s zum Interview, dass ich mit dem Missy Magazine zu LABOUR_LAB geführt habe <3

Foto: Uta Neumann

 

dreamateam: Alle unter einer Decke

Alle unter einer Decke ist ein performatives Experiment, das die aktuell verbreitete Zukunftsangst und gesellschaftliche Verunsicherung zum Anlass nimmt, um nach radikal empathischen Strategien des Zusammenseins zu suchen. Wir nehmen die alte feministische Weisheit, dass das Private politisch ist, ernst und fragen: können wir unsere intimsten Ängste und Visionen teilen und so einen Raum für gemeinschaftliches Träumen schaffen?
Hierzu laden wir zum kollektiven Rückzug in den privatesten und vermeintlich sichersten Raum, den es gibt: unter die eigene Decke. Diese entfaltet sich, von der zusammengeknüllten Bettenburg zum einladenden Lager, während wir, unter ihr verborgen, unsere Ängste und Visionen bzgl. der Jetzt-Zeit formulieren und nach außen schicken - als Geräusche, Erinnerungen, Musik, Videoprojektion oder Bewegung. So entsteht im Außen eine Sound- und Bild-Collage, eine bewegte Decken-Skulptur, ein geheimnisvoller Ort, der Intimitäten von sich gibt und Anziehungspunkt für die Sehnsüchte der Zuschauer*innen wird.

Konzept und Durchführung: dreamateam, mit Julia Buntzel, Tessa Heidkamp, Teresa Hoffmann, Friedericke Miller, Sandix, Renata-Müller-Tiburtius, Alisa Tretau

Seit März 2017, COVEN Berlin, Kulturkosmos Lärz, Lichthof Theater Hamburg, zeitzeug_Festival Bochum

 

Artikel 26 - 3 krasse Lifehacks gegen die Waffenindustrie

Im Oktober 2016 trafen wir zufällig den damaligen Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) im Zug und baten ihn, das Thema Kleinwaffenexporte zum Wahlkampfthema zu machen. Sechs Monate später hat sich die SPD immer noch nicht klar zu dem Thema positioniert, deshalb haben wir es in die Hand genommen, dem Thema Aufmerksamkeit zu widmen.

Gemeinsam mit dem Schauspiel Dortmund haben wir über sechs Monate eine Kampagne entwickelt und gemeinsam überlegt, wie man die öffentlichkeitsscheue Waffenbranche demaskieren und eine Debatte über deutsche Waffenexporte anstoßen kann. Dabei entstanden drei Aktionen: eine CDU Kampagne gegen Kleinwaffenexporte, ein Rückruf aller Heckler & Koch Waffen in den USA und die Verleihung des Friedenspreis der Waffenindustrie. Am 9. Mai haben wir dann den Friedenspreis an Rheinmetall auf ihrer Aktionärsversammlung verliehen.

Konzept & Durchführung: Peng! Collective, in Zusammenarbeit mit dem Schauspiel Dortmund, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes

 

LUST

Frauen und Fiktion überschreiten Schamgrenzen, brechen mit Tabus und geben der alltäglichen Lust eine Bühne. Ob dark dirty talk, eine Sammlung der Sexuellen Identitäten, Bildband bedeutender Orgasmen, Perlen perverser Sexphantasien - sie umarmen die Stereotypen und erweitern gemeinsam mit ihnen die erogenen Zonen. Sie finden die Hot Spots im Publikum und streifen dabei G-Punkte, -Flächen und ganze -Zonen. Von Foucault bis Tinder machen sie mehr als einen intellektuellen Striptease und füllen dabei euer Bildarchiv mit verqueerten Bildern der Lust. Ein Gespräch. Ein Tanz. Eine Einladung auf den spannenden Spielplatz der weiblichen Lust.

Performance Eva Kessler und Patricia Carolin Mai // Eine Arbeit von Frauen und Fiktion: Anja Kerschkewicz & Eva Kessler // Ausstattung Felina Levits // Dramaturgie Alisa Tretau // Musik plastique

Gefördert durch die Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg, die Rudolf Augstein Stiftung, die Hamburgische Kulturstiftung, die LICHTHOF Stiftung, die Gerda-Weiler-Stiftung und Gängeviertel e.V.

Foto: Paula Reissig

 

Peng! Collective: Call a Spy 

Während des Kampnagel Sommerfestivals errichtet das Peng! Collective CALL A SPY – ein öffentliches Call Center, in dem das Publikum zu Mitarbeiter*innen von INTELEXIT geschult wird. Durch eine Einführung in beispielhafte Spion-Profile, Argumentationsstrategien und Techniken der Konversationserhaltung werden Sie Schritt für Schritt zu dem Moment geführt, an dem Sie mit einem persönlichen Telefongespräch versuchen können, (echte!) Mitarbeiter*innen amerikanischer, deutscher oder britischer Geheimdienste zum Ausstieg zu bewegen – und die Personen kennenzulernen, die im Namen der nationalen Sicherheit Zugang zu den intimsten Informationen der Welt haben.

Konzept, Umsetzung: Peng! Collective.
Diese Version für das Internationale Sommerfestival wurde realisiert in Zusammenarbeit mit Pia Eisenträger, Amit Jacobi und Alisa Tretau.

 

Essen und Sex: SWEET PEEP SALON

Gemeinsam mit Szenografin und Performerin Julia Laube habe ich JA! Produktion gegründet. Uns eint die Suche nach theatralen Räumen, in denen Intimität und Grenzverschiebung möglich sind. Wir kombinieren feministische Theorie mit praktischer Erfahrung, laden verschiedene Künstler*innen zur Kooperation ein, und kreieren so einen schillernden Mix aus Identitätsbezweiflung, Glamour und Provokation.
Im Juni eröffneten wir den SWEET PEEP SALON: Er lädt zu einer lustvollen Begegnung mit den Schambereichen Essen und Erotik, und gibt süße, salzige und saftige Einblicke in die versteckten Winkel des gutschlechten Geschmacks.

Angerichtet von JA! Produktion
Mit Installationen von Marvin Horstmann
Und Peep Performances von Johanna Ackva, Tizo All, Sarah Bouars, Savyon Dizengof, Winnie Ho, Carrie McIlwain, Leo Meyer-Schwick, Joy Mariama Smith, Diana Thielen, Julian E. Schnorr
Gefördert durch den Berliner Senat, Abt. Kulturelle Angelegenheiten, sowie die Frauenbeauftragte der UdK Berlin

Juni 2016, Studio Baustelle Berlin

Weil's so schön war: Rezensionen des MISSY MAGAZINE und der taz und fotografische Eindrücke, festgehalten von Ana Halina Ringleb

<3 <3 <3 Der SWEET PEEP SALON wird im Oktober beim porn film festival aufpoppen <3 <3 <3

 

POST NUCLEAR LOVE 

Foto: Vincent Stefan

Eine apokalyptische Musikkomödie
In einem norwegischen Saatgutspeicher, in einer post-apokalyptischen, unfassbar möglichen Zukunft: nach dem Aussterben der Menschheit wachsen hier die zwei letzten – und ersten – Menschen heran: Adam und Eva, künstlich gezüchtet, um unseren Fortbestand zu sichern. Wird aus ihnen das Traumpaar des Treibhauspradies? Doch woran sollen sie glauben, wenn ihre Welt aus virtuellen Versatzstücken besteht und draußen der ewige Schnee alles Leben unmöglich macht?

Regie Anja Kerschkewicz / Text Svenja Viola Bungarten / Komposition Yuval Halpern / Kostüm Felina Levits / Bühne Antonia Bitter / Video Konrad Kästner / Dramaturgie Alisa Tretau
Es spielen Pauline Jacob, Alexander Merbeth, Anneke Schwabe / Chor Philip Neumann, Viola Bornmann, Eyal Edelmann

Mai 2016, Neuköllner Oper
Foto: Vincent Stefan

POST NUCLEAR LOVE hat den Berliner Opernpreis 2016 gewonnen!

HOLY BODY

Auf Einladung von Carrie McIlwain fand ich mich mit vier weiteren Performerinnen zusammen, um fünf Stunden lang Brot zu backen - mit unseren Füßen. Versunken in Reflektionen über die Zustände und mögliche Geisteshaltungen des vorhandenen Materials - Eier, Mehl, Früchte... - , gelangten wir gemeinsam in einen fast tranceartigen Zustand und bespielten einen frei begehbaren Raum, der sich sukzessive in einen lebendigen Backofen verwandelte...

Konzept: Carrie McIlwain, mit: Johanna Ackva, Caylon La Manita, Magdalena Meindl, Carrie McILwain, Alisa Tretau

April 2016, Uferstudios, im Rahmen des hztfest

Intelexit: Call-a-spy-Callcenter

Ich konnte das Peng! Collective bei der Umsetzung des Intelexit "Call a Spy"-Callcenters unterstützen! Besucher*innen können hier mit einem roten Telefon zufällig ausgewählte Geheimdienstmitarbeiter*innen anrufen und versuchen, sie zum Überdenken ihrer Tätigkeit zu bewegen – die Gespräche werden über einen Raspberry Pi ins Tor-Netz geroutet.
Das Call-a-spy-Callcenter war bereits in Berlin und Dortmund verfügbar, und wird in den kommenden Monaten auch noch in anderen Städten auftauchen - watch out!
März 2016, Logan Konferenz, bcc Berlin. Seit April in der Ausstellung Whistleblower und Vigilanten, HMKV Dortmund.

Call-a-spy wurde eingeladen, eine Performance für das Kapmnagel Sommerfestival im August 2016 zu entwickeln!

ESSEX - Essen und Sex

JA! Produktion lud zur interaktiven Ausstellung ESSEX und zeigte Fotografien, Filme und Hörspiele rund um das Thema Essen und Sex. Mit Fotoautomat und wasserfesten Markern, konnten die Besucher*innen ESSEX mitgestalten und eine gemeinsame Spontanausstellung kreieren.
ESSEX präsentiert und generiert zeitgleich Recherchematerial für den ersten Teil unserer ...und Sex-Trilogie, die nach alternativen Ausdrucksformen von Körperlichkeit und emanzipierter Weiblichkeit sucht. Wie verändern feministische Ansätze kontemporäre Darstellungen von Körpern und intimer Interaktion? Welche Annahmen über Sexualität müssen wir neuen denken lernen?

März 2016, Studio Baustelle
Foto: Caglar Cakan

This is how you transform...

... a banana in your mouth into a vagina.
Im Rahmen der Resdiency Who's the party sister now? habe ich mich mit dem Werk der feministischen Foto- und Videokünstlerin Natalia LL auseinandergesetzt. Ihre Consumer Art, Post-Consumer Art und Artificial Photography verwirrten in den 1970er Jahren ein sozialistisches Polen mit poppig bunten, erotischen und immer wieder queeren Bildern - jetzt transformiere ich Bananen in Vulvas und backe heilige Brote.

Dezember 2015, Galerie Secondhomes Project
Foto: Ana Halina Ringleb

NEWS: this is how you transform  wird im März 2017 im Theaterdiscounter Berlin wieder aufgenommen   <3   <3   <3

Verbrannt an heißer Luft – ein interaktives Dinner zum Spaßverderben

Bei Suppe und in eleganter Atmosphäre diskutieren wir über Themen, die sonst nicht auf den Tisch kommen. Diese sammelt die Gastgeberin zuvor in einem Topf und stellt in einem Toast die Regeln fest: Es darf sich nur in Fragen ausgetauscht werden und der Abend ist vorbei, wenn alle Teller leer sind. Es entwickelt sich ein ausgelassener, musikalisch gerahmter Abend, an dem die Gäste vertraute Konventionen und Tabus in Frage stellen.
 
August 2015, Künstlerstadt Kalbe, mit musikalischer Unterstützung von Renata Müller-Tibertius
Foto: Lisa Wiedemuth

TALKING STRAIGHT FESTIVAL 2015

Das „TALKING STRAIGHT Festival“ ist ein Theaterfestival in „Fremdsprache“, einer erfundenen Sprache. Es präsentiert die Theaterkunst weißer Menschen in Mitteleuropa als faszinierende exotische Neuentdeckung. Für einen Tag entsteht die Parallelwelt eines Theaterfestivals mit Gastspielen, Artist Talks, Konzerten, Festivallounge, Sponsoren und „Schirmherm“ – von der Akkreditierung bis zur Twitterwall in „Fremdsprache“.

Von und mit: Alicia Agustín, Daniel Cremer, Lisa Heinrici, Anja Herden, Sébastien Jacobi, Romy Kießling, Lina Krüger, Nils Amadeus Lange, René Michaelsen, Tamer Fahri Özgönenc, Antje Prust, Fabian Raabe, Tucké Royale, Vincent Stefan, Alisa Tretau, Hans Unstern, Anton Weil
Konzept: Daniel Cremer / TALKING STRAIGHT
Ausstattung: Daniel Cremer und Romy Kießling
Mit freundlicher Unterstützung des Maxim Gorki Theaters

Premiere 30. Januar 2014, Maxim Gorki Theater, Berlin
Weitere Aufführungen: Stückemarkt Berlin, 4.5.2015, Haus der Berliner Festspiele
Daniel Cremer hat für die Entwicklung des Talking Straight Festivals den Preis des Stückemarkts 2015 erhalten.

Foto: Vincent Stefan

HIGHHEEL HIGHNOON

Wie ein Quilt ist HIGHHEEL HIGHNOON eine farbenfrohe Collage aus den Erfahrungen, Träumen und Zweifeln der Ensemblemitglieder, eine revue-artige Stückentwicklung, die von den postkolonialen Neurosen europäischer Großstadtcowboys erzählt. HIGHHEEL HIGHNOON verhandelt den Raum zwischen mir und dir, zwischen Norm und Anders. In einem wilden Ritt jenseits von Recht und Ordnung suchen wir immer wieder die Momente, in denen es ums Ganze geht: Freund oder Feind? Colt oder Friedenspfeife? Cow oder Boy?

Es spielen: Helena Hentschel, Simon Jensen, Lina Krüger, Josef Mohamed, Laura Schuller
Musik: Johannes Richter
Regie: Alisa Tretau
Bühne/Kostüm: Claudia Bartel
Dramaturgie: Lena Kollender
Produktionsleitung: Anne Brammen
Assistenzen: Sarah Wray, Mona Müller, Rabea Schubert

Februar und März 2015, Kampnagel Hamburg, Staatstheater Schwerin

HIGHHEEL HIGHNOON wurde zum Laut&Deutlich-Festival in Leipzig und den Heidelberger Theatertagen 2015 eingeladen.

Foto: Tom Roeler

PRETTY WOMEN

Wir wollen uns nicht mit der Pretty Woman identifizieren, die hilflos auf die Rettung durch den Prinzen wartet. Wir wollen weder Heilige noch Hure sein. Wir wollen keine heteronormativen Geschichten mehr von Mann und Frau, die glücklich leben, bis an ihr Lebensende.
Wir fragen nach den Verhältnissen von Macht, Liebe, Geld und Arbeit in unserem Leben, nach unserer Position als weibliche Regisseurinnen in einem extrem männlich dominierten Arbeitsumfeld und wollen die weibliche Sexualität, unsere eigenen Phantasien untersuchen. Nicht nur die männliche Projektion davon, aber vielleicht auch die.

Von und mit: Anne Bader, Leonie Böhm, Paulina Neukampf, Cora Sachs, Alisa Tretau, Clara Weyde
Regie Oper: Luise Kautz
Bühne: Julia Berndt
Kostüme: Anita Könning
Dramaturgie: Lena Kollender
Regieassistenz: Leon Ospald

November 2014, St. Pauli Theater Hamburg

my giant gender

Egal, ob du dich als Täter*in oder Opfer empfindest, ob du um Rache gebeten wirst oder ob du gerächt wirst, ob du beweisen willst, dass nur auf deiner Seite des Zauns das Licht scheint, oder ob es dir um neue Zuschreibungen angesichts des weitläufigen Friedhofs ausgemusterter patriarchaler Bezugspunkte – Armee, Kirche, Nation, Vaterland oder Partei – geht : Die 8 Performerinnen des ‚giantgender’ Hamburg konfrontieren dich mit ihrem herausfordernden, witzigen Genderdungeon, impulsiert von Kleist bis
Roudinesco. Sie treten in den einzelnen Räumen der Galerie Speckstraße auf. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Zuschauer*innen queer in ihr eigenes Zentrum zu lotsen, immer getrieben auf der Jagd nach der eigenen Wahrheit.

Von und mit Lisa Lysanne Düe, Vivien Maler, Josephine Mayer, Josefine Kreidt, Ute Rauwald, Hanna Rohn, Alisa Tretau, Claudia Wiedemer

August 2014,Galerie Speckstraße, Gängeviertel Hamburg

X-Freunde

Wir können zwischen Arbeit und Freizeit einfach keinen Unterschied...!
Ob gelähmt von den eigenen Ansprüchen oder unter Druck durch immer neue, immer knappere Termine - Anne, Peter und Holger sind von Erfolgssucht durchdrungen. Aus Angst vor dem schwarzen Loch in ihrem Inneren arbeiten sie permanent und flüchten wie die Fliegen vor Momenten der Leere. Doch was passiert, wenn Kontakthöfe durch Startrampen ersetzt werden und jedes intime Gespräch im allumfassenden Getöse untergeht?!
Wir stellen uns unseren Versagens- und Verlustängsten in einem choreografischen Sprechtheaterabend, und ergeben uns mit Tempo und schwarzem Humor der Logorrhoe der Figuren, immer auf der Suche nach der richtigen (Unter-)Haltung!

Es spielen: Jan Pohl, Lena Röpert, Christoph Vetter
Regie: Alisa Tretau
Bühne: Letycia Rossi
Kostüm: Pia Zielke, Anne-Sophie Robrahn
Musik: Umut Abaci und der Chor Stimmige Verhältnisse
Dramaturgie: Hannah Ewald, Dima Ostroglad
Regieassistenz: Kristina Mücke, Rene Batista

Juni 2014, Thalia Theater Gaußstraße
Foto: Tom Roeler

Fegefeuer in Goldstadt

Ich will einfach weinen. Das lasse ich mir nicht nehmen. Ich weine jetzt. Mir ist jetzt alles gleich. Ich bin mein eigener Mensch. Ich bleibe für mich. Weinen darf ich auch nicht.
Das Volksstück Fegefeuer in Ingolstadt von Marieluise Fleißer zeichnet das Bild einer bigotten Kleinstadthölle, in der die die Mehrheit ein Rudel ist, das den Einzelnen zerfleischt. Wir übertragen die katholische Nachkriegsgesellschaft der 1920er Jahre in eine wahrholeske Glamourwelt, in der sich der Kampf um Freiheit und Dazugehörigkeit unbarmherzig in den Anderen spiegelt.

Es spielen: Max Grünewald, Sonka Vogt, Gala Winter
Regie: Alisa Tretau
Dramaturgie: Lena Kollender
Bühne: Pia Eisenträger
Kostüm: Katharina Kindsvater, Pia Zielke

Februar 2014, Forum der HFMT Hamburg

Gestern. Jetzt. Zukunft.

Wenn deine größte Hoffnung meine Zukunft ist, ist meine größte Angst deine Vergangenheit.
Im Rahmen des Mahagonny-Festivals am Theater Bremen bauen wir eine mobile Schreibwerkstatt. Ausgestattet mit Haus und Schreibmaschine, fordern wir die Bremer Bürger_innen auf, uns Geschichten zu ihren Ängsten, Sehnsüchten und Erinnerungen zu schreiben. Diese werden weitergegeben, ausgesponnen, vertont und plakatiert. Es entsteht eine audiovisuelle Installation im Foyer, die während des Festivals weiter wächst.

Von und mit Leonie Böhm, Paulina Neukampf, Sarah Kohm, Cora Sachs, Alisa Tretau
Juni 2013, im Rahmen des Mahagonny-Festivals, theater bremen

Myrtle Gordon: Die besten Stücke aller Zeiten

Myrtle Gordon schafft in ihrer Praxis die bedeutendsten und legendärsten Arbeiten der Theatergeschichte...
Myrtle Gordon ist eine Kunstfigurengruppe, die an die Öffentlichkeit tritt, um mit ihrer improvisierten Myrtologie theatrale Diskurse aufzugreifen und zu verändern – immer nach dem Motto: wir haben uns das Netzwerken erspart und können frei auf unsere Karriere zurückblicken. Dabei entwickeln wir permanent Ideen, die die Welt verändern könnten, und stellen sie dem Publikum copyleft zur Verfügung.

Von und mit: Anne Brammen, Anja Kerschkewicz, Lena Kollender, Alisa Tretau
Kostüm: Sibylle Wallum

100° Festival Berlin / Foyer HAU 2, Februar 2013.
Weitere Vorstellung: Erstes Festival gegen die Melancholie, Würzburg, 2014.

loving you

… is easy, singt Minnie Riperton 1979, im weißen Kleid und mit grundehrlichem Augenaufschlag - direkt in die Kamera und in die Herzen des Publikums. Aber... ist das wirklich so einfach?
Was meinem wir, wenn wir Ich liebe Dich sagen? Einen körperlichen Zustand, ein spontan aufblitzendes Gefühl, oder ein allgemein beweisbares Band zwischen (im Idealfall zwei) Menschen?
Ich lade eine unbekannte Person aus dem Publikum ein, sich in mich zu verlieben. Dazu begeben wir uns in einen geschlossenen Raum, das Gespräch dringt jedoch nach draußen, an eine anonyme Zuhörerschaft. Es bleiben fünf Minuten Zeit - ich stelle mich als Liebesobjekt zur Verfügung und gebe mein Bestes, mich in mein Gegenüber zu verlieben. Wenn das klappt, fällt der magische Satz!

Feburar 2013, 100° Berlin, Sophiensaele
Weitere Vorstellungen: April 2013, Sophiensaele / Oktober 2013, Rialto Lichtspiele Hamburg / Juni 2013, UNITHEA-FESTIVAL Frankfurt (O.)

Das Meer nicht mehr

Du schlägst zuerst dich selbst – doch nein: erst sie. Dann mich.
Agamemnon muss seine Tochter Iphigenie opfern. Sonst steht alles still und kein Krieg kann
beginnen. Tödliche Entscheidungen treffen – ist das Politik? Das Meer nicht mehr bedient sich
fragmentarisch Textpassagen aus Tom Layones Atropa und fragt nach dem Moment, ab dem
eine Entscheidung unumkehrbar ist. Die beiden Spieler_innen tauschen die Rollen Tochter und
Vater untereinander, opfern Blut und Selbstbild und geraten in einen treibenden Tanz ohne
Rückkehr in die Realität.

Es spielen: Julia Gebhardt, Christoph Vetter
Dramaturgie: Adrian Jager
Kostüm: Neele Schumacher

Juni 2013, Probebühne der HfMT Hamburg

 

 

 

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Juliusstr. 32
12051 Berlin
kontakt@alisatretau.net


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